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  Minitrix Ae 8/14
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31.01.2006

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Ae 8/14 - die beiden Lokhälften fahren nicht in einer Linie auf gerader Strecke

Ende 2005 war es endlich so weit, die langersehnte E-Lok Serie Ae 8/14 der Schweizerischen Bundesbahn (SBB) - Achsfolge (1´A)A1(A1´)+(1´A)A1A(A1´), Baujahr ab 1931 -, ist als Minitrix Modell auf dem Markt. Jetzt nicht nur für Liebhaber von Kleinserien-Modellen, sondern zu einem vernünftigem Preis für jeden Interessenten erschwinglich.

Das Modell fährt in allen Bereichen sauber seine Runden. - Doch was ist das? - Da stimmt doch was nicht! - Der bis dahin etwas entrückte Modellbahner-Blick ändert sich - das Fahrbild der beiden Lokhälften auf der Geraden, sie bildet sich keine einheitliche Linie, sondern die beiden Teile fahren im Bereich der sie verbindenden Kupplung versetzt zueinander. Also die Lok vorsichtig auf das Dach gelegt, der Verursacher des Problems war schnell ermittelt - die Kupplungskulisse. Wie soll man Abhilfe schaffen? Mein erster Schritt war, dass ich mich in einschlägigen Foren im Internet umgesehen habe, leider ohne Erfolg, sollte nur ich den Fehler bemerkt haben? Also habe ich einen neuen Beitrag in ein Forum eingestellt (www.1zu160.net) und siehe da, innerhalb von einigen Stunden konnte man lesen, dass es noch weitere Modelle mit dem selben Fehler gibt, es muss aber auch erwähnt werden, dass scheinbar nicht alle Modelle dieses Problem haben. Gemeinsam wurde nach einer praktikablen Lösung gesucht und es wurden auch einige interessante Lösungsansätze aufgezeigt, die größte Aussicht auf Erfolg bot die Lösung von Herrn Heinz Schärer aus der Schweiz - aus seinem Lösungsvorschlag werde ich im weitern Verlauf dieser Seite zitieren. Wer möchte kann die ganze Diskussion nachlesen - 1zu160 Thema: MINITRIX Ae 8/14 Fahren auf der Geraden.

Nun an dieser Stelle der Hinweis, dass Änderungen während der Garantiezeit zum Verlust der Garantie führen. Ich übernehme auch für die beschriebenen Änderungen keine Gewähr. Also bitte genau überlegen bevor man zum Werkzeug greift.

 

Zitat aus den Überlegungen von Heinz Schärer:

Grundsatzüberlegung: Durch die v-förmige Gestaltung der Führungsnut in der Kulisse und des Gegenstückes in der Pufferbohle wird die für eine einwandfreie Linienführung der beiden Lokhälften notwendige Zentrierung der Zugstange verunmöglicht. Die beiden Nocken auf der Zugstange finden keine eindeutige Mittelstellung und gleiten jeweils automatisch auf die eine oder andere Seite und verursachen so den Versatz der beiden Lokhälften bei Geradeausfahrt.

Eine mögliche Lösung: Bringt man nun auf den beiden Spitzen exakt auf der Mitte (s. Foto) eine kleine Kerbe an, dann rasten die beiden Nocken der Zugstange beim Einfahren in die Gerade in die Kerben ein und bewirken so eine eindeutige Zentrierung und verhindern somit ein Abgleiten der Führungsnocken auf die eine oder andere Seite. Wichtig dabei ist, dass die Kerben nicht zu tief gemacht werden, so dass die Nocken beim Einfahren in die Gleisbogen wieder aus den Kerben herausgleiten können und somit der Effekt der Kinematik erhalten bleibt.

Ausführung: Ich habe absichtlich in der Foto keine Kerben eingezeichnet, da es sehr schwierig ist, diese maßstäblich darzustellen und falsche Größenverhältnisse leicht irreführen können. Ich empfehle schrittweise vorzugehen indem man jeweils nur ganz wenig feilt und dann wieder probiert. Die Kulisse kann man zur Bearbeitung herausnehmen, sie lässt sich sehr leicht wieder einsetzen. Wenn man die Lok auf den Kopf stellt, kann man von unten sehr gut sehen ob das Ein- und Ausrasten der Nocken funktioniert.

Von großer Wichtigkeit für das Gelingen dieser Arbeit ist die Verwendung des geeigneten Werkzeuges. Es gibt im Handel winzige Feilen für Arbeiten an Schlüsseln und Schlösser, die sich gut dazu eignen. Ich habe für die Kerben eine spitzige Rundfeile, größter Durchmesser 3 mm verwendet und natürlich nur mit der Spitze gearbeitet. Da es ziemlich schwierig ist, auf dem Spitz der Kulisse und des Gegenstückes in der Pufferbohle die Feile anzusetzen, habe ich zuerst mit einer kleinen Flachfeile ganz wenig angefeilt um eine bessere Ansatzfläche zu erhalten.

Der Eingriff an sich erfordert etwas Fingerspitzengefühl und ist unter Filigranarbeit einzuordnen. Es ist daher äußerste Vorsicht geboten. Wer sich diese Arbeit nicht zutraut, sollte daher darauf verzichten und abwarten bis eine einfachere Lösung verfügbar wird.

Ich wünsche all denen, die den Mut haben diesen Eingriff zu wagen eine glückliche Hand und viel Erfolg.

Heinz Schärer

 

Im weiteren Verlauf der Diskussion, wurden von einem Teilnehmer noch genauere Angaben zu den auszuführenden Arbeiten gemacht und auch aus meiner Erfahrung mit den Änderungen, sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Die jeweilige Kerbe muss genau in der Mitte sitzen und sollte eine Tiefe von etwa 0,3 mm  haben.

  • Die Spitze der Kulissenführung sollte man vor dem einfeilen der Kerbe etwas flach feilen, dann Vermeidet man ein Abrutschen.

  • Nur das Abflachen der Spitzen reicht nicht.

  • Man sollte alle entstanden Ecken leicht abrunden.

An diesem Fall kann man sehen, dass wir Modellbahner uns auch über große Entfernungen hinweg untereinander helfen können. Wir sind nicht alleine mit unseren Problemen und Problemchen, es gibt immer eine Lösung.

 

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Stand: 15. Februar 2006

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